Mystik, Mythen, Motherfuckers

©Kulturproleten. Erstellt mit Canva.

Julian:

Schon durch die erste Season der Kulturproleten hauchte in Form von transsilvanischen Spukschlössern, Dorfbewohner mordenden Werwölfen oder Geisterbahnen ab und an ein fantastischer Wind. Der vielleicht größte Mythos: Wie es das Was-geht-die-Woche?!‑Team geschafft hat, alle sieben Tage tolle Kulturtipps für das beschauliche Münster auszugraben. Für die neue Season bin ich deswegen gespannt, was die Redaktion und Gastbeitragenden beschäftigt, wenn sie sich explizit das Mystische vornehmen. Und natürlich auch die Motherfucker. Welche alten und neuen Figuren oder Phänomene uns wohl begegnen? Ich habe für den Herbst und Winter auf jeden Fall meine literarischen Lieblinge (auf den Großen Kürbis wird auch dieses Jahr gewartet!), werde mich aber an einem eigenen mystischen Text versuchen: ein Kunstmärchen, das sich um einen wunderlichen Baum dreht.

Sina:

Was bedeutet Mystik? Woher kommt die Faszination für Mythen? Warum gab es angeblich so viele Motherfucker?

Wir haben ganz viel neue Kraft getankt und blicken dem Herbst und dem Winter mit freudiger Erwartung entgegen. Diese Jahreszeiten haben schon etwas ganz Eigenes an sich, wenn alles dunkel wird, Kerzen die Räume erhellen und sich der kalte Atem zu einer weißen Wolke vor dem Gesicht sammelt… In unserer neuen Season Mystik, Mythen, Motherfuckers beschäftigen wir uns mit allem, was mit dem Mystischen, dem Magischen, alten Mythen und Sagen und genau diesem herbstlichen Gefühl zu tun hat. Die Auseinandersetzung kann dabei ganz unterschiedlich aussehen: Von Tarot-Karten bis zur neuesten Verfilmung von Homers Epos Odyssee, über spooky Halloween-Feierlichkeiten und allen möglichen Mythologien wird wieder alles dabei sein – also begebt euch gemeinsam mit uns auf diese Odyssee, stellt euch mystischen Kreaturen und lernt alte Mythen ganz neu kennen! Da gab es nämlich definitiv zu viel Inzest…

Neele:

Die dunkle, kalte Jahreszeit beginnt und wir ziehen uns in Bücher, Mythen und Mediatheken zurück. Wir lassen die Welt da draußen rumoren, sehnen uns nach Wärme, Mystik und fucking gutem Storytelling. Aber eins, das uns mitnimmt und schockt, uns das Hier und Jetzt vergessen lässt: It’s gothic season, baby! Und ich bin so ready dafür – inklusive Playlist und Moodboard versteht sich! 

Wir begeben uns auf die Spuren von mythologischen Erzählungen und shocking plot twists. Wir verlassen das graue, regnerische Münster und tauchen in schaurig fantastische Themen und Geschichten ein. Wir stürzen uns ins Ungewisse, um unseren Durst nach dem Übernatürlichen zu stillen. Eine große Menge female rage, familiäre Verstrickungen, Liebschaften, Horror, Sex und Sinnfragen dürfen da nicht fehlen. Besonders gespannt bin ich wieder auf die Beiträge unserer Gastautor*innen. Mich zieht es in dieser Season vor allem zu den feminist retellings von mythologischen Sagen. Ich blicke auf Medusa, Circe, Elektra und co. und möchte ihre Stimmen im Strudel der männlichen Perspektiven herauskristallisieren. 

Happy mystic season und viel Spaß beim Lesen! 

Josephine:

October is here und bringt eine Menge schöner Rituale mit sich: den jährlichen Twilight-Rewatch, Heißgetränke schlürfen, Kürbisse überall, dicke Buchschinken verschlingen und selbstverständlich Halloween. Da darf die gelegentliche Tarotkartenlegung nicht fehlen und auch schwarze Katzen auf der Straße werden auf einmal ein bisschen spannender. Ich bin wirklich nicht abergläubisch („I’m not superstitious, but I am a little stitious!“), aber was wäre das Leben ohne den letzten kleinen Restgedanken Aber was, wenn…?  

Weil diese Zeit hier in Münster immer zuverlässig von dunkelgrauem, nassem Wetter begleitet wird, kann man sich richtig gut in unsere neue Season einfühlen! Mit Horror und Grusel kann ich mich leider nicht besonders gut anfreunden, aber alles Mythische und Mystische hat dagegen immer Platz bei mir! Seien es Hexen, griechische Götter, Tarotkarten, Dungeons&Dragons, weirde kleine Waldwesen oder natürlich eine meiner Favoritinnen: Die Welt von Meerjungfrau, Sirenen, Selkies und Co. (hint hint ;)) – daran kann ich mich gar nicht sattsehen und -lesen. Ich freue mich auf unsere neue Season bei Kulturproleten, die euch in die weiten Gefilde von unseren mysthischen Nerd-Outs führen wird!

Sinja:

„Must be the season of the witch…“ singt schon Donovan und bringt mich direkt in die Stimmung für gemütlichere Tage und Kerzenschein. Der Herbst und Winter ist für viele eine eher mystische Jahreszeit. Umso passender also, dass wir uns in dieser neuen Season mit allerlei Magischem, Mythischem und anderen etwas sonderbaren Dingen, die früher so abgingen, beschäftigen. 

Da mein Wissen besonders im Bereich der Mythologie ein wenig begrenzt ist, freue ich mich vor allem darauf, viel zu lernen und mich in neue Gefilde zu wagen. Von Etsy-Hexen bis zu meiner neu aufgeflammten Liebe zu Mätressen und Konkubinen, die mehr Macht hatten als man vielleicht annehmen würde — bin ich bereit, mich voll reinzustürzen und dafür vielleicht sogar mal wieder ein Fantasy-Buch in die Hand zu nehmen. 

Obwohl Horror und Spuk nicht mein Ding sind, konnte man an Hexen, Feen, Vampiren und Übernatürlichem im Allgemeinen in meiner Jugend sowie den 2000er- und 2010er-Jahren popkulturell gar nicht vorbeikommen. Vampire Diaries oder Sabrina sorgten dann doch dafür, dass ich Gefallen daran finde und mich auf die gruseligen dunklen Tage, die uns bevorstehen, freue. Ich bin gespannt, was auf uns zukommt und freue mich auf die neue Season!

Tomke: 

Das Erzählen von Geschichten ist fester Bestandteil der menschlichen Erfahrung – das Nachdenken über Geschichten ist fester Bestandteil der kulturproletischen Perspektive.

Und welche Geschichten könnten größer sein als all die Mythen über Götter, Geister, Monster und andere übersinnliche Wesen? Manche dieser Figuren und Stoffe existieren bereits seit Jahrtausenden und treten wie Gestaltwandler alle paar Jahre in neuer Form aus dem Strom des kollektiven Bewusstseins hervor. Wir blicken auf den Stoff, aus dem die BookTok-Adaptationen gemacht sind und fragen uns, warum wir nach wie vor von diesen Geschichten fasziniert sind. Liebe, Krieg, Verrat und Rache in ganz großem Stil sind sicherlich vorne mit dabei, wenn es darum geht, die Sogkraft der Mythenwelt auszumachen – nirgendwo sonst trifft man so buchstäbliche Motherfucker wie hier. Doch auch das, was über unsere Vorstellung einer Realität hinausgeht, rückt in den Mittelpunkt. Ein Hang zum Übernatürlichen, zum Magischen und Unerklärlichen – etwas, woran wir in einer sachlich-nüchternen technisierten Gesellschaft nicht mehr glauben, aber vielleicht noch glauben wollen. Oder warum ist uns ein fantastischer Eskapismus die liebste Aktivität in der Spooky Season? Legen wir die ein oder andere Tarot-Karte nicht nur als Projektionsfläche, um uns an ihr abarbeiten zu können, wenn wir unsere Gedanken und Gefühle sortieren, sondern vielleicht auch, weil wir hoffen, dass irgendeine Vorsehung uns zu genau dieser Karte geführt hat? Wenn ihr hier seid, habt ihr für dieses Wintersemester euer großes Arkanum gezogen und euer Schicksal besiegelt: Die Kulturproleten.

©Kulturproleten. Erstellt mit Canva.

Diese Karte symbolisiert Neugier auf die literaturwissenschaftliche Auseinandersetzung mit modernen Ausprägungen von mythologischen Stoffen. Sie weist auf die Fähigkeit hin, die unsichtbaren Verbindungen sichtbar zu machen und das Geheimnisvolle zu enthüllen. In der Liebe weist Die Kulturproleten auf eine tiefe, seelische Verbindung hin. Die Karte ermutigt dazu, den eigenen Geist zu stärken, indem jeden Mittwoch ein frischer Artikel der Mystik, Mythen, Motherfuckers-Season gelesen wird.

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