Sina: Was wir nicht alles im Laufe des letzten Semesters wiederentdeckt haben: Filme, Ballett, nostalgische Gefühle, Fotzen…
Unsere Season 1: Renaissance war also ein voller Erfolg! Von Kreativtexten über essayistische Texte bis hin zu Gedichten war alles dabei.
Doch die Zeit der Neu- und Wiederentdeckungen neigt sich langsam dem Ende zu und wir begeben uns auf die Reise in die nächste Season. Und auf diese künstlerische Ideenreise nehmen wir euch natürlich wieder mit.
Was euch dabei erwartet? Eine große Bandbreite von Texten, die sich mit dem Verreisen, Durchreisen, Einreisen, Traumreisen, mit dem Reisen allgemein beschäftigen. Mit dabei ein Beitrag, der sich mit meiner ersten Hüttentour und dem anschließenden Camping befassen wird. To touch some grass, oder wie man das nennt. Ich weiß selbst noch nicht so genau, was mich erwartet – also seid gespannt!

Sinja: Sommerzeit ist Reisezeit. Leider nicht bei mir, denn ich werde diese Semesterferien nicht in den Urlaub fahren, sondern den Sommer auf Balkonien verbringend gute Bücher lesen und ein Praktikum absolvieren. Dennoch war ich dieses Jahr auch schon im Urlaub und kann euch hoffentlich damit ein wenig die Zeit vertreiben, dass ich euch von meinen popkulturellen Reisen durch Frankreichs Hauptstadt berichte. Ich sage nur mal so: Es gibt wirklich viele Filme und Serien, die in Paris spielen und euch eine gute Zeit bescheren können.
Anastasia: Sommer, Sonne, Hausarbeit? Ich fahre leider nicht in den Urlaub, aber zumindest für meine Hausarbeit begebe ich mich auf eine ganz neue Reise. Für meine Analyse des serbischen Romans in Versen Kinder von Milena Marković tauche ich nicht wie sonst in eine Recherche durch wissenschaftliche Artikel und Handbücher ein. Ich bewege mich abseits der vertrauten Forschungswege. Wissenschaftliche Artikel und Handbücher, die mir sonst als Reiseführer dienen, gibt es für dieses Werk bislang kaum. Also suche ich mir meine eigene Route durch das noch weitgehend unbekannte Gelände. Sie führt mich zunächst zu deutschen und englischen Rezensionen (wovon es eh fast keine gibt) und von dort weiter zu serbischen und russischen Ideen, die ich irgendwie in meiner Reise durch die Analyse mitnehmen möchte. Nicht immer verstehe ich sofort, was mir auf diesem Weg begegnet. Rezensionen, Interviews und Artikel werden zu fremdsprachigen Fundstücken, die ich zunächst irgendwie entschlüsseln und einordnen muss, um das Rätsel zu lösen. Vielleicht male ich mir die Hausarbeit ein bisschen schöner aus, als sie ist, aber die Recherche fühlt sich zumindest wie eine kleine Reise in eine unbekannte und spannende Welt an.
Helena: Das Proletensemester war bunt und aufregend und so geht’s in den Ferien auch direkt weiter. Ich könnte eigentlich ungefähr eine Woche bis fünf Monate Urlaub gebrauchen (meine Vision wäre da Natur, Kaffee, Kunst und nie (!) einen Wecker stellen), aber stattdessen geht’s für mich mit meiner zu schreibenden Hausarbeit im Rucksack in die Hauptstadt zum Praktikum. Ich hab Bock und bin arg aufgeregt – vor allem was den ÖPNV anbelangt. Was soll das heißen, da gibt es mehr als einen Bus? Kulturschock incoming. Mindestens genau so gespannt bin ich aber auf die Beiträge unserer Gastproleten – zumindest in der Fantasie geht es dann in den Urlaub. Und da können wir uns schon auf ganz spannende Orte freuen!
Neele: Nachdem wir uns nun ein Semester der Rückbesinnung und Wiederentdeckung gewidmet haben, setzen wir uns ab jetzt in Bewegung, überbrücken Distanz, erkunden Neues. Am liebsten reise ich dahin, wo sich meine Freundinnen gerade befinden. Egal ob innerhalb Deutschlands oder in Europa verteilt: Die Vorfreude, sich endlich wiederzusehen, sich nach langer Zeit in die Arme zu schließen und nicht durch einen Bildschirm voneinander getrennt zu sein, ist jedes Mal unbeschreiblich. Diesen Sommer steht wieder eine Reise zu einer meiner engsten Freundinnen an! Die Sachen sind schon gepackt, das FlixBus Ticket für die 13-stündige Fahrt nach Montpellier gebucht und genügend Reiselektüre wurde auch ausgesucht. Meine einzige Sorge: Hoffentlich macht uns die DB bei der zweistündigen Reise nach Köln zur FlixBus Haltestelle keinen Strich durch die Rechnung.
Hannah: „Also nach dem Abi möchte ich erstmal ‘ne Weltreise machen…“ Kennt man, den Satz, oder? Tja, von mir kommt der nicht. Mich hat’s noch nie in die weite Welt gezogen. Auch der Drang nach einem Semester im Ausland ist ein mir unbekanntes Empfinden. Wenn ich aber doch mal genug hab’ vom zu Hause sein, hört man mich völlig übermotiviert sagen: „Komm, wir fahren mit dem Zug für ein paar Tage nach Kopenhagen, schlafen in ‘nem Kapselhotel und inspizieren jede Ecke der Stadt, sodass unser Handy uns abends dann so ca. 30.000 Schritte attestiert…“, oder: „Lass mal so ca. 100km mit dem Rad irgendwo hinfahren, in ‘nem Tiny House in der Natur schlafen und am nächsten Tag die Strecke mit noch ein paar mehr Höhenmetern wieder zurück…“ Die nähere Umgebung eignet sich auch ganz hervorragend für Erholung. Wo es mich allerdings mittlerweile auch immer mehr hinzieht: Irland. Schottland. Färöer Inseln. Raue Natur, Wind, Regen, satte Grüntöne, stürmische Küsten, Schafe und gemütliche Cottages mit Kamin. Diagnose: Sommermuffel. Aus Leidenschaft. Schwitzen beim Sport okay, aber doch nicht, wenn ich in dunklen Ecken rumvegetiere und mich anstrenge, mich möglichst wenig zu bewegen und haargenau darauf zu achten, UM GOTTES WILLEN auf gar keinen Fall meine Beine zu überschlagen. Nein danke. Für den Rest des Sommers verschreibe ich mir daher: Möglichst viel Rad fahren. Da trocknet der Schweiß im Fahrtwind.
Rahel: Diesen Sommer begebe ich mich auf eine Reise, auf die ich mich schon sehr oft begeben habe. Ich fahre an einen Ort, an den ich seit meiner frühesten Kindheit jedes Jahr gefahren bin, in manchen Jahren sogar mehrmals. Das ist für mich der schönste Ort der Welt: die dänische Nordseeinsel Fanø. Und ich möchte mich mit der Frage beschäftigen, was eigentlich eine Reise ist und ob es, wenn man schon sein ganzes Leben lang immer wieder an denselben Ort reist, nicht eigentlich eine Heimreise, ein Nachhausekommen ist. Mal sehen, ob sich diese Fragen so einfach beantworten lassen.
Josy: Beim Auf-Reisen-Sein lernt man bekanntlich ja nicht nur neue Städte, Länder, Kulturen oder Lieblingsgerichte kennen, sondern auch viel über sich selbst. Nachdem ich dieses Jahr drei für mich neue Städte bereisen durfte, weiß ich jetzt, dass ich irgendwie doch Koriander mag und dass ich vielleicht doch spontaner bin als ich bisher dachte. Woher die Aha-Momente stammen, was diese Orte besonders macht und wieso sie mich wirklich nachhaltig beeindruckt haben, erfahrt ihr im Magazin.
Tomke: Die Zeit der Renaissance ist vorbei und so sehr wir sie genossen haben und so leuchtend pink das Onlinemagazin auch strahlt – wir fühlen uns langsam nicht mehr ganz so neu geboren und brauchen ein kleines Päuschen vom Regelbetrieb. Wir sind daher mal weg und lassen die Website (fast) allein zurück. Das heißt, ihr werdet bis zum nächsten Semester erstmal selbst rausfinden müssen, was die Woche so geht, und euch freitags mit eurem eigenen Freaky Freestyle und Firlefanz bespaßen! Wir sind derweil unterwegs: Abgetaucht in der Nordsee oder in Hausarbeiten, Ländergrenzen und Forschungsliteratur überfliegend. Die 79 Tage unserer Off-Season werden wir also auf der Reise verbringen. Wir schicken aber bestimmt auch mal die ein oder andere Postkarte – versprochen. Am besten haltet ihr mittwochs die Augen auf, ob vielleicht ein Reisegruß eingetrudelt ist.
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